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03D087DEFF9EFFCE328114AA26CE84AA.taxon	description	Phänotypische Merkmale Männchen (Abb. 4): Spannweite 18 – 20 mm (n = 7). Müller-Rutz (1934: 127) beschreibt die Art – wohl ausschliesslich auf der Grundlage ihm vorliegender Männchen – wie folgt: " Vorderflügel fast einfärbig graubraun, die Saumhälfte mit wenig auffallenden gelben Schuppen mehr oder weniger bestreut. Dunkle Vorderrandshäkchen, oft kaum sichtbar, lassen sich mitunter bis gegen die Wurzel erkennen (...). Metallinien kaum erkennbar. Die schwarzen Saumpunkte, gewÖhnlich drei, klein und oft undeutlich (...). Hinterflügel gleich getÖnt wie die Vorderflügel, ihre Fransen etwas heller. Kopf, Thorax und Schulterdecken etwas gelblicher als die Vorderflügel. Hinterleib dunkelgrau, Afterbüschel des Männchens gelblich. " Neben den typischen dunkel-graubraunen Faltern liegt uns ein Männchen mit hellgrauen Vorder- und Hinterflügeln vor. Die ohnehin spärliche Zeichnung der Vorderflügel ist fast vollständig erloschen. Weibchen (Abb. 5): Spannweite 16 – 17,5 mm (n = 2). Vorderflügel etwas weniger gestreckt als die des Männchens. Bei Tageslicht und ohne VergrÖsserung erscheinen die Vorderflügel fast einfarbig schwarz-braun. Erst in der VergrÖsserung und besonders bei Kunstlicht tritt die gelbe Beschuppung in der äusseren Flügelhälfte deutlich hervor und lässt diese etwas wolkig erscheinen. Vier schwarze Flecke im Saumfeld, wobei die beiden mittleren am deutlichsten sichtbar sind. Die Hinterflügel sind tief schwarz-braun, die Fransen zweifarbig, im inneren Drittel nur wenig heller als die Grundfarbe, aussen weisslich-grau. Genitalmorphologie Männchen (Abb. 6): Valven gestreckt, zum Valvenhals gleichmässig verjüngt. Einkerbung zwischen Valvenarm und Cucullus am ventralen Rand eng, halbkreisfÖrmig. Anellus-Lappen mit wenigen kleinen Dornen, lang, schmal zulaufend, am Ende gerundet. Aedoeagus bei frischen Tieren mit kompaktem Cornuti-Bündel, in lateraler Ansicht leicht gebogen, stumpf endend; in dorsaler / ventraler Ansicht gerade, spitz zulaufend. Weibchen (Abb. 7): Apophyses anteriores kräftig, am Ende etwas verbreitert und rundlich endend. Subgenitalplatte breit und kurz, mit leicht konvexem Vorderrand und deutlich konkav ausgeschnittenem Hinterrand. Sterigma breit trapezfÖrmig, stark sklerotisiert, am distalen Rand nur schwach gewÖlbt, hinter dem Ostium eine scharf begrenzte und deutlich gewÖlbte Brücke bildend. Ostium oval, sich deutlich abhebend. Colliculum schwach sklerotisiert, nicht bauchig erweitert. Corpus bursae mit einem schlanken, leicht gebogenen Signum.	de	Bryner, Rudolf, Huemer, Peter, Wittland, Wolfgang (2015): Wiederentdeckung von Dichrorampha rejectana (DE LA HARPE, 1858) stat. rev., bona species in der Schweiz (Lepidoptera, Tortricidae: Olethreutinae). Contributions to Natural History 28: 1-21, DOI: 10.5169/seals-787076
03D087DEFF92FFC63281102025FB82A7.taxon	description	Phänotypische Merkmale (Abb. 8): D. rejectana und D. plumbana sind in beiden Geschlechtern nach äusseren morphologischen Merkmalen gut zu unterscheiden. Die GrÖssenunterschiede fallen sofort ins Auge und betreffen gleichermassen auch alle anderen Arten aus der D. plumbana - Gruppe. Die Männchen von D. rejectana haben eine Spannweite von 18 – 20 mm, die Weibchen von 16 – 17,5 mm. D. plumbana ist in beiden Geschlechtern deutlich kleiner (11 – 15,5 mm). Die GrÖssenverhältnisse zwischen den Geschlechtern sind bei den Arten gegenläufig: bei D. rejectana sind die Männchen erheblich grÖsser als die Weibchen, bei D. plumbana sind die Weibchen tendenziell grÖsser als die Männchen. Unterschiede in der Genitalmorphologie Männchen (Abb. 9 – 12): D. rejectana hat im Gegensatz zu D. plumbana und den nahe verwandten Arten deutlich gestrecktere Valven, und in Relation zur Länge des Valvenarmes ist die Valvenbasis bei D. rejectana schmaler. Die Anellus-Lappen sind bei D. rejectana schlank und schwach bedornt, bei D. plumbana und D. aeratana breiter und kräftig bedornt. Der Aedoeagus von D. rejectana hat keinen Zahn vor der Spitze (vgl. D. sedatana und D. aeratana). Weibchen (Abb. 13 – 16): Bei D. rejectana ist das Sterigma von feinen, gebogenen Leisten durchzogen, von denen einige annähernd parallel zum proximalen Rand des Sterigmas verlaufen. Bei der D. plumbana - Gruppe ist das Sterigma gleichmässiger sklerotisiert. Sofern Leisten erkennbar sind, verlaufen sie längs zur KÖrperachse. Das Colliculum ist bei D. rejectana gering sklerotisiert, relativ kurz und geht ohne Verjüngung in den Ductus bursae über. In der D. plumbana - Gruppe ist das Colliculum länger, stärker sklerotisiert und geht verjüngt in den Ductus bursae über. Molekulare Daten Insgesamt konnten vollständige Barcode-Sequenzen jeweils eines Männchens und Weibchens von D. rejectana ermittelt werden. Sie weisen keine intraspezifische Divergenz auf, unterscheiden sich jedoch signifikant von allen anderen bisher sequenzierten Arten, darunter insbesondere die bislang von einigen Autoren als konspezifisch bewertete D. plumbana und mit dieser nächstverwandte Taxa. D. rejectana weist im Barcode eine Distanz von 3,53 % zum nächsten Nachbarn D. inconspiqua (DANILEVSKY, 1948) auf, eine Art, von der in BOLD 2 Sequenzen aus Bulgarien vorliegen. Auch der einzige ebenfalls aus Bulgarien stammende Barcode von D. infuscata (DANILEVSKY, 1960) ist mit einer Divergenz von 4,13 % deutlich unterschieden. In Mitteleuropa bestehen die grÖssten genetischen Ähnlichkeiten zu D. alpigenana (HEINEMANN, 1863), die sich allerdings mit minimaler Divergenz von 3,96 % ebenfalls deutlich von D. rejectana absetzt. Schliesslich weisen auch die im Barcode untereinander nicht sicher unterscheidbaren Arten D. plumbana (SCOPOLI, 1763) mit 5 %, D. aeratana (PIERCE & METCALFE, 1915) mit 5,46 %, D. sedatana BUSCK, 1906 mit 5,13 % und D. tarmanni HUEMER, 2009 mit 5,29 % signifikante Distanzen zu D. rejectana auf (Abb. 17).	de	Bryner, Rudolf, Huemer, Peter, Wittland, Wolfgang (2015): Wiederentdeckung von Dichrorampha rejectana (DE LA HARPE, 1858) stat. rev., bona species in der Schweiz (Lepidoptera, Tortricidae: Olethreutinae). Contributions to Natural History 28: 1-21, DOI: 10.5169/seals-787076
03D087DEFF92FFC63281102025FB82A7.taxon	biology_ecology	Die uns vorliegenden Funddaten von D. rejectana lassen auf eine Flugzeit der Falter von Ende Juni bis Anfang August schliessen (Grenzdaten: 28. Juni – 9. August). Die tägliche Hauptaktivitätszeit scheint am späten Nachmittag und Abend zu sein. Ob die Falter nachts auch ans Licht kommen, ist bislang unbekannt. Die Fundorte liegen auf HÖhen von 1500 bis 2100 Metern über Meer, also in der subalpinen Stufe der Alpen. Das Habitat im Zinaltal ist ein steiler, nach Norden und Osten gerichteter Berghang auf 1840 – 1860 m ü. M. Grünerlengebüsch (Alnus alnobetula [= viridis]) und eine üppige Hochstaudenflur zeichnen den eher kühlfeuchten Lebensraum aus (Abb. 18). In der Schweiz verteilen sich die Funde auf die Regionen Nordalpen, Wallis und Graubünden. Mit dem Nachweis aus dem Laggintal VS wird auch die Südschweiz gerade noch erreicht (Abb. 19). Uns liegen keine Angaben über Funde ausserhalb der Schweiz vor. Die ersten Stände von D. rejectana sind unbekannt. Aufgrund der Beobachtungen über die Entwicklungsstadien der nahe verwandten Arten kann man vermuten, dass sich die Raupen in den Wurzeln von Asteraceen entwickeln. Auffallend ist beispielsweise die Übereinstimmung der bisherigen Fundorte von D. rejectana mit der Verbreitung und den bevorzugten Wuchsorten von Achillea macrophylla und Achillea atrata (Lauber & Wagner 2007). Erstere der beiden ist in der Hochstaudenflur am Fundort im Zinaltal prominent vertreten.	de	Bryner, Rudolf, Huemer, Peter, Wittland, Wolfgang (2015): Wiederentdeckung von Dichrorampha rejectana (DE LA HARPE, 1858) stat. rev., bona species in der Schweiz (Lepidoptera, Tortricidae: Olethreutinae). Contributions to Natural History 28: 1-21, DOI: 10.5169/seals-787076
